familie

ich lebe
in den feinen rissen
in den fassaden der zeit
ich bin
im letzten dreck
gewachsen
unsichtbar verborgen
in feuchten krümeln
bin ich zu hause

flechten und moose
sind meine schwestern
und brüder
so reich bin ich
an weichheit
und stärke

und ihr so?

sein

dieser tiefe wunsch
geheim zu bleiben
und zu sein
einfach
was ich bin

ziehen

ich möchte in einem zug sitzen
der immer fährt
ich möchte gefahren werden
und nach draußen sehen
in die welt
wie sie fliegt
wie alles
bis alles
vorüber ist

durchsetzt
mit rätseln und fragen
von ideen durchwachsen
immer noch
angeregt
die zeit reißt
alle wunden

weggeworfen

all die eiligen kippen
auf dem boden
an der bushaltestelle
bei nacht.
dazu ein feuerzeug
am unteren ende ganz abgefetzt
vom vielen kronkorkenheben.
drauf steht:
L O V E

nur ein paar zeilen
ein kleines bißchen
nur glück

logik *

ich meine
nein
bin aber
unschlüssig
über den
anschließenden verlauf
und sage
deshalb
ja

vorsichtshalber



* politik?

alles

was ich sehe
mit geschlossenen augen
ist gut

abschied

dieses werten
und warten
auf die zeit
die vergeht
ohne mich
auch nur
zu begrüßen

berliner mädchen

die kleine mit den zöpfen, wie sie tanzt
sich um die mittelstange dreht, in der u7
zwischen kleistpark und eisenacher
vier oder fünf mag sie sein, die kleine
vielleicht und sie weiß
was sie kann was
sie will

leben

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